Donnerstag, 19. Mai 2011

Farben, Formen, Feingefühl: Vandalismus als Kunst! [Vibes]

Es liegt in der Natur der Sache, dass ich als Artist viel unterwegs bin. Oft sehe ich von den bereisten Städten aber nicht mehr als die jeweile Location, das entsprechende Hotel und - wenn es hoch kommt und ich ohne Band spiele - vielleicht noch den Hauptbahnhof.

Ab und zu bleibt zwischen, vor oder nach Soundcheck und Show aber dennoch etwas Zeit, um durch die hiesigen Straßen zu spazieren. Dabei habe ich kürzlich, fernab von allen Sehenswürdigkeiten, eine für mich völlig neue Form der Attraktion entdeckt: Streetart!

Ich meine keine Graffiti im klassischen Sinn, sondern vielmehr die Vermengung von bunt gestrichenen Hausfassaden an denen Writer ihre Tags, Sprüher ihre Bilder und Stencil- und Paste-Up-Künstler ihre Werke zwischen, über und neben einfach wirkende Krakeleien und Aufkleber platzieren. 

Regen und Witterung bleichen die Farben und das Papier und bringen den Putz an manchen Stellen zum Abbröckeln. Erneut kommt ein Schwung an Aufklebern, Papier, Lackfarbe, Regen, Wind, Harnsäure.

Im Prinzip wiederholt sich dieser Prozess mit seinen unzähligen Beteiligten endlos und bringt fast täglich neue, in ihrem Zusammenspiel so eigentlich unbeabsichtigte Kunstwerke hervor, sofern diese Entwicklung von der Obrigkeit entweder durch Duldung oder Resignation zugelassen wird.

Natürlich handelt es sich hierbei zum Teil um Vandalismus und Sachbeschädigung und ich will beides in keinster Weise gutheißen. Trotzdem bin ich immer öfter mit meiner Kamera für derartige Momentaufnahmen unterwegs. Wer weiß, wie lange diese Mauern noch genau so aussehen.

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